Personalentwicklung: 10 Kriterien für effektive Kurse

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Frauen-Rugby-Team im Training
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    Mitarbeiter eines Unternehmens auszubilden, indem man ihnen neue Konzepte oder Ideen zeigt, ist ungefähr so effektiv wie Klavierspielen zu lernen, indem man Beethoven auf einem Plattenspieler hört. Man sieht zwar, wo man hin will, hat aber nicht die richtige Unterstützung oder die richtigen Ressourcen, um dahin zu kommen.

    Hier ist eine Liste von 10 Kriterien für die Gestaltung von Mitarbeiterschulungen, die ich in meinen 15 Jahren Arbeit in der Personalentwicklung als die wichtigsten empfunden habe.

    1.

    Die Teilnehmer kennen lernen

    Firmenmitarbeiter haben unterschiedliche Hintergründe, Motivationen und Erfahrungen. Diese Eigenschaften definieren, wer sie sind, aber auch, wie sie die Welt sehen und neue Dinge wahrnehmen und lernen. Kurse, die rund um die Teilnehmer gestaltet werden, haben eine größere Chance, akzeptiert und assimiliert zu werden.

    Eine Gruppe von Büroangestellten
    Foto: August de Richelieu/pexels.com

    2.

    Sorge dafür, dass die Teilnehmer gern dabei sind

    Etwas Neues zu lernen kann harte Arbeit sein und ein Motivationsverlust kann es sinnlos machen. Ich bin einmal an einem heißen Sommernachmittag in Liverpool in eine Klasse gegangen, um 25 Erwachsenen das englische Vokabular rund um Auktionen beizubringen. Ich zeigte ihnen meine Wasserflasche, sagte, dass Michael Jackson davon getrunken hätte und dass ich sie verkaufen würde an denjenigen, der mir das meiste Geld bietet. Die ganze Klasse war sofort hellwach, die Leute lachten, gaben Gebote ab und hörten mir interessiert zu. Das Interesse der Leute für das Kursmaterial zu wecken, sollte eine wichtige Technik in jedem Kursplan sein.

    Frau in einer Unterrichtsstunde
    Foto: cottonbro/pexels.com

    3.

    Ignoriere nie die persönliche Entwicklung

    Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter aus, um neue Fähigkeiten zu erlernen, sie beruflich weiterzuentwickeln und zu qualifizieren. Der Erwerb eines Zertifikats ist eine große Leistung. Doch dies muss auch mit dem Erwerb von Stolz, Selbstvertrauen und einem Erfolgserlebnis in Bezug auf die neuen Fähigkeiten ausgeglichen werden. Ein Zertifikat kann und sollte nur bestätigen, was man selbst weiß - dass man seine Aufgaben besser bewältigt als vorher.

    Lächelnde Frau beim Laufen eines Marathons
    Foto: pixabay/pexels.com

    4.

    Verdeutliche die direkten Vorteile

    Die meisten Menschen brauchen das Erlebnis oder zumindest das Verständnis der Vorteile, wenn sie etwas tun, dass außerhalb ihrer Komfortzone liegt. Das kann eine direkte Erklärung sein, eine Darstellung des Problems, das sie angehen wollen oder Details darüber, was sie erreichen könnten. Ein gut konzipierter Kurs muss seinen Teilnehmern immer vor Augen halten, was sie lernen und warum.

    Ein Mann trainiert seinen Hund
    Foto: pixabay/pexels.com

    5.

    Fordere sie heraus - aber nicht zu sehr

    Der Großteil des Lernens und der Entwicklung findet in dem Bereich statt, in dem die Menschen ein wenig mehr herausgefordert werden zu geben als das, was sie normalerweise leisten können. Das gilt für das Erlernen einer Sprache ebenso wie für das Training für die Olympischen Spiele. Ein erfahrener Trainer kann instinktiv erkennen, wann das Niveau der Herausforderung zu hoch oder zu niedrig ist und dann entsprechend anpassen. Alles was zu viel oder zu wenig ist, kann die Teilnehmer frustrieren oder langweilen und ihnen das Gefühl geben, dass die Zeit verschwendet wurde.

    Mann zielt auf eine Bogenschießscheibe
    Foto: Allan Mas/pexels.com

    6.

    Gestalte das Training interaktiv

    Die Menschen sind von Geburt an zur Interaktion bereit - mit anderen und ihrer Umgebung. Das ist der Grund, warum Kinder in ihren ersten 12 Lebensjahren so schnell lernen. Sie wollen mehr über die Welt erfahren, indem sie sie sehen, anfassen und hinterfragen. Wir haben das vielleicht hinter uns gelassen, als wir einen Job wählten, aber der Prozess des Lernens ändert sich im Laufe des Lebens nicht wirklich. Kurse sollten als interaktive Erfahrungen gestaltet werden, um diese natürliche Neugier zu wecken und die Menschen dazu zu bringen, sich zu fragen: "Was passiert, wenn...?".

    Kursteilnehmer in der Diskussion
    Foto: StockSnap/pixabay.com

    7.

    Mache das Training multisensorisch

    Wenn man für eine Sportart trainiert, nutzt man viele sensorische Eindrücke - das Gefühl in den Muskeln, das Geräusch der Teamkollegen, den Anblick eines sich bewegenden Balls etc. Indem Sie mehrere Sinne nutzen, erhalten Sie ein besseres Feedback darüber, ob Ihr Geist und Ihr Körper das tun, was sie tun sollen. Dies ist in einem Klassenzimmer etwas schwierig zu erreichen, aber nicht unmöglich. Multimediales Material, taktile Aktivitäten und Szenario-basiertes Training können einen ansonsten eintönigen Kurs beleben und sollten strategisch eingesetzt werden, um den Lernerfolg einer Unterrichtsstunde zu steigern.

    Ein Mädchen auf dem Fahrrad mit einem VR-Headset
    Foto: Sebastian Voortman/pixabay.com

    8.

    Mache es denkwürdig

    Menschen neigen eher dazu, sich an das Ungewöhnliche zu erinnern, sei es ein Bild, ein Geschmack oder ein Geräusch. Die meisten Dinge im Leben, besonders bei der Arbeit, sind leider ziemlich gewöhnlich. Marketingexperten verbringen viel Zeit und Geld damit, mit gewöhnlichen Dingen außergewöhnliche Geschichten zu erzählen - und wir erinnern uns an viele von ihnen. Warum also nicht diese Wissenschaft in den Unternehmensunterricht einbringen und das Thema als einprägsame Geschichte präsentieren?

    Hund schaut schockiert
    Foto: Kateryna Babaieva/pixabay.com

    9.

    Gib den Teilnehmern Zeit, das Wissen zu integrieren

    Oft wird in einer Schulung versucht, so viel Lehrstoff wie möglich hineinzupacken. Dies kann manchmal notwendig sein. Allerdings endet das Lernen nicht mit der Lehrphase. Die Teilnehmer müssen sich das neue Wissen auch aneignen, indem sie selbstständig Aktivitäten durchführen, die das Gelernte festigen. Dies kann durch Übungen innerhalb oder außerhalb des Klassenzimmers geschehen. Ohne einen Plan für die Assimilierung geht der meiste Unterrichtsstoff einfach wieder verloren.

    Mann denkt über verschiedene Geschäftsthemen nach
    Foto: Tumisu/pixabay.com

    10.

    Gib Feedback und Ermutigung

    Egal, was manche Leute sagen, praktisch jeder sucht die Anerkennung von seinen mitmenschen. Noch mehr, wenn der Anerkennende in einer einflussreichen Position ist, wie ein erfahrener Kollege oder ein Trainer. Das gilt besonders dann, wenn jemand gerade etwas ganz Schwieriges geschafft hat. Den Kursteilnehmern mitzuteilen, wo sie gut gearbeitet haben und wo sie sich verbessern können, ist ein wichtiger Teil jeder Weiterbildungsmaßnahme. Kurzes, ehrliches und ermutigendes Feedback trägt viel dazu bei, die Teilnehmer zu motivieren.

    Frau gibt einen Daumen hoch
    Foto: Andrea Piacquadio/pexels.com

    Der AutorGeschäftsführer Asterlangs

    Pritam Biswas (Tam) kommt aus Großbritannien und ist ehemaliger Studiendirektor und Betriebsleiter der Kieler Niederlassung einer internationalen Sprachschule sowie ehemaliger Offizier der britischen Armee, der in einem Regiment in Paderborn für die Ausbildung und Personalentwicklung zuständig war.

    Tam hat einen Mastertitel in Biowissenschaften, spricht vier Sprachen und trainiert leidenschaftlich für Halbmarathons mit seinen Hunden rund um die Halbinsel Schwansen in Norddeutschland, wo er mit seiner Frau lebt.

    Derzeit ist er Geschäftsführer der ASTERLANGS Sprachschule, die Sprach- und Kommunikationstrainings für Unternehmen und Organisationen in der Region Schleswig-Holstein vermittelt.